Inhalt

  1. Definitionen
  2. Konzept
  3. Segmentkasten
    1. Allgemeiner Aufbau
    2. Rahmen
    3. Kopfbrett
    4. Deckplatte
    5. Beine
    6. Anbauteile
  4. Gleis
  5. Elektrik
    1. Anlagensteuerung
    2. Verkabelung
  6. Gestaltung des Diorama

1. Definitionen

Anlage: Eine Anlage ist die Gesamtheit von Anlagenteilen (Modulen), um einen Zweck vollständig zu erfüllen. Dies kann beispielsweise eine fahrbetriebsbereite Modelleisenbahnanlage oder eine komplette Dioramengestaltung sein.

Modul: Ein Modul stellt einen zusammenhängenden Anlagenteil da, der mit anderen Modulen über genormte Schnittstellen zu einer Anlage kombiniert werden kann. Die Schnittstellen werden in der Modulnorm definiert. Ein Modul kann aus einem oder mehreren Segmenten bestehen.

Segment: Ein Segment ist ein Teilstück eines Modules. Die Einteilung eines Moduls in Segmente dient der besseren Transport- und Lagerfähigkeit des Anlagenteils. Die mechanische Größe des Segmentes wird mit der Modulnorm definiert. Ein oder mehrere Segmente sind zu einem Modul zusammenbaubar. Die Übergänge zwischen den Segmenten eines Moduls können frei gestaltet werden, wenn ein sicherer Modellbahnbetrieb gewährleistet wird.

2. Konzept

Die Modulnorm soll den Mitgliedern dabei unterstützen, einheitliche Module zu bauen, die ohne technische Probleme miteinander kombiniert werden können.

Eine Spezialität des Modelleisenbahnnorm H0 ist die parallele Existenz zweier weit verbreiteter Standards. Aus der historischen Entwicklung der H0-Spur entspringen das Gleichstrom- und das Wechselstrom-Gleissystem. Die Bezeichnungen Gleichstrom- und Wechselstromsystem beziehen sich auf den analogen Fahrbetrieb für die Geschwindigkeitsregelung und die Fahrtrichtungswahl der Triebfahrzeuge.

Es werden grundsätzlich zwei elektrische Leiter für die Spannungsführung zum Triebfahrzeug benötigt. Für das Gleichstromsystem werden die beiden Schienenprofile der Schiene als getrennte elektrische Leiter verwendet. Beim Wechselstromsystem sind beide Schienenprofile der Schiene als ein Leiter elektrisch verbunden. Als zweiter Leiter fungiert ein sogenannter Mittelleiter, der mechanisch in die Mitte der Gleisschwellen zwischen den Schienenprofilen eingebaut ist. Aus diesem Grund wird das Wechselstromsystem auch als Dreileitersystem (1 – linkes Schienenprofil, 2 – Mittelleiter, 3- rechtes Schienenprofil) bezeichnet.

Durch die Einführung des digitalen Fahrbetriebes wurden die Gleichspannung und die Wechselspannung durch eine „pulsierende Digitalspannung“ ersetzt. Technisch ist dies ein potentialfreies (Masse-loses) antivalent schaltendes Spannungssignal an den beiden Spannungsanschlüssen für die Gleise. Durch die Pulslänge und der Umschaltfrequenz der Spannung werden die Steuersignale an den Digitaldecoder des Triebfahrzeuges übertragen. Obwohl jetzt die Spannung im Prinzip bei beiden Systemen gleich ist, bestehen das Zweileiter- und das Dreileitersystem aus Kompatibilitätsgründen zum herkömmlichen Analogbetrieb weiter. Beide Systeme sollen im Verein seinen Platz finden. Die Spezifizierung der Gleise erfolgt im Kapitel Gleis.

Für die H0-Modelleisenbahnanlage im Verein ist der Digitalbetrieb als Standard festgelegt. Ein analoger Fahrbetrieb ist nicht vorgesehen! Die elektrische Spezifizierung der Anlage wird im Kapitel Elektrik beschrieben.

3. Segmentkasten

3.1. Allgemeiner Aufbau

Die bahnbetriebstechnische Funktion, in der Regel mindestens die Durchfahrt, eines Moduls muss auf der Tiefe von 60 cm gegeben sein.

Für beide Gleissysteme werden Segmentkästen mit den gleichen Maßen genutzt.

Höhenaufbau der Module:
Gleis: je nach System
Kork: 6mm als Nennwert
Deckplatte/Gleistrasse: 9mm Sperrholz
Kopfbrett: 10cm Rahmenhöhe
Beine: 100cm (10cm im Rahmen/Kopfbrett versenkt)
Höhenausgleich: 2cm +/- 1cm
Tiefe/ Kopfbreite: 60cm
Längenmaße gerader Segmente: 120, 90, 60 oder 30cm

3.2. Rahmen

Der Rahmen besteht aus zwei Seitenbrettern der Länge 120, 90, 60 oder 30cm, zwei Kopfbrettern und gegebenenfalls zur Versteifung Innenbretter.

Der Rahmen für die Segmentkästen wird aus 15mm starken und 10cm hohen Multiplexplatten gebaut.

Die Innenbretter (Versteifung) haben eine Länge von 57cm.

Einschnitte (z.B. Bachlauf) sind bis zu einer Tiefe von 7cm erlaubt.

Der Rahmen ist in der Farbe Grau DIN xxx zu streichen.

Alle Seiten des Rahmens, die nicht für die Verbindung mit anderen Modulen vorgesehen sind, werden an der unteren Kante mit einem Klettband versehen. An dieses Klettband kann ein Vorhang oder ein Sponsorenbanner befestigt werden.

3.3. Kopfbrett

Das Kopfbrett ist mit 2 Segmentverbindungslöcher 12mm Durchmesser, je 15cm vom Rand mittig im Kopfbrett sowie einer Griffmulde mittig im Kopfbrett Länge 12cm und Höhe 3cm zu versehen.

3.4. Deckplatte

Die Deckplatte/Gleistrasse wird aus 9mm Sperrholz gebaut. Die Deckplatte kann innerhalb des Moduls ausgeschnitten werden, um z.B. Flussläufe und Unterführungen darzustellen.

An den Kopfseiten des Modules muss die Deckplatte für mindestens 5cm vollständig ausgeführt sein, um die geforderten Gleisenden betriebssicher montieren zu können!

3.5. Beine

Das obere Brett schließt oben bündig mit den Beinstangen ab und dient, neben der Verschraubung als zusätzliche Auflage. Das obere Brett hat in der Mittelposition (25cm von der Seite und 5cm von oben) ein Kabelloch mit dem Durchmesser 5cm. Die 2 Befestigungslöcher (=Segmentverbindungslöcher) sind mittig (von oben 5cm) jeweils 10cm vom linken und rechten Rand entfernt. Das untere Brett wird mit der Brettunterkante ab Unterkante Beinstangen 20cm nach oben montiert. Die Beine haben eine Breite von 50cm.

Die Beine werden über die Segmentverbindungsschrauben des Kopfbrettes befestigt. Als Segmentverbindungsschrauben werden M8 Flügelschrauben sowie Flügelmuttern, beidseitig mit Unterlegscheiben verwendet.

Höhenausgleich
Der Höhenausgleich besteht aus einer „Rampa“-Einschraubmutter M8 x 30 und einer Schlossschraube M8 x 50 ggf. mit Kontermutter M8. Er erfolgt durch das Einschrauben von „Rampa“-Einschraubmutter in die Modulbeine. Durch Hinein- oder Hinausdrehen der Schlossschraube ist ein Ausgleich von Bodenunebenheiten möglich.

3.6. Anbauteile

Anbauteile, die die Tiefe des Moduls vergrößern, sind gestattet.

Die zusätzlichen Anbauten sollten zu den Modulgrößen passen und für Transport und Lagerung abnehmbar sein!

4. Gleis

Um die Fläche im Fahrraum des Vereins optimal zu nutzen, soll ein einfacher Wechsel zwischen dem Zweileiter- und den Dreileitersystem ermöglicht werden. Daher sollen möglichst folgende Regeln für die Modelleisenbahnmodule eingehalten werden:

  • Streckenmodule (Module ohne Weichen) sollen für 2 und 3 Leiterbetrieb ausgestattet werden.
  • Alle anderen 3 Leiter Module können auch für den 2 Leiterbetrieb ausgelegt werden, soweit dies technisch möglich ist (Der Mittelleiter im Bereich von Weichen und Kreuzungen kann aufgrund der mechanischen Bauweise die Betriebssicherheit von einigen Zweileiter-Triebfahrzeugen nachteilig beeinflussen!).
  • Reine Zweileiter-Module sind ausschließlich für den Zweileiterbetrieb einsetzbar.
  • Es ist jedem Erbauer überlassen, ob er seine Module für den 2 Leiterbetrieb, 3 Leiterbetrieb oder für den gemischten Betrieb ausstattet.

Für die 3-Leiter: K-Gleis, innerhalb des Moduls auch C-Gleis erlaubt.

Für die 2-Leiter: Schwellengleis.

Mechanische Anordnung der Gleise auf dem Modul an den Modulenden:

1-gleisig: Die Gleismitte liegt 20cm von der vorderen Modulkante.

2-gleisig: Die Gleismitte des zweiten Gleises wird um 5,7cm zum ersten Gleis in Richtung der vorderen Modulkante angeordnet.

Bei Ausweichstellen und Nebenbahnhöfe wird eine Gleislänge von mindestens 120cm und bei „Haupthahnhöfen“ von mindestens 200cm empfohlen.

Gleise sind an der Kopfseite des Moduls mindestens 5cm gerade rechtwinklig auszuführen.

Gleisbett
Für Schwellengleis ohne Bettung (K-Gleis, Modellgleis) wird eine Korkunterlage von 6mm Höhe eingesetzt. Hierüber kann Schottermaterial zum Einschottern des Gleises aufgebracht werden. Durch die Schotterung wird das Gleis fixiert und braucht nicht genagelt oder verschraubt werden. Derzeit ist ausreichend Kork im Verein vorhanden. Dieser wird dem Erbauer zur Gleisunterlage zur Verfügung gestellt.

Für Bettungsgleis (Gleis mit fester Bettung; C-Gleis) wird keine zusätzliche Unterlage benötigt. Diese Gleise werden nach Herstellerangabe befestigt.

5. Elektrik

5.1. Anlagensteuerung

Die Anlage wird im digitalgesteuerten Fahrbetrieb betrieben. Derzeit wird nur das rollende Material (Triebfahrzeuge und Wagons) digital anlagenweit unterstützt („digitaler Fahrstrom“).

Digitalsteuerungen für feste Installationen wie Weichen, Signale, Beleuchtung, Besetztmelder usw. werden derzeit nicht anlagenweit geplant, können aber als Insellösung für jedes Modul eingesetzt werden, wenn dadurch der ordnungsgemäße Fahrbetrieb nicht gestört wird.

Als Zentrale wird ein PC mit der Steuersoftware Rocrail eingesetzt. Hier werden alle Triebfahrzeuge in der programminternen Lokdatenbank hinterlegt. An den PC wird eine Intellibox als Verstärker für das digitale Gleissignal eingesetzt. Hier können auch die Triebfahrzeuge in der internen Datenbank hinterlegt werden, um einen Fahrbetrieb über die Intellibox und angeschlossener Handregler (LocoNet-fähig) ohne PC zu ermöglichen.

Der PC ist an ein vereinsinternes Ethernet-Netzwerk angeschlossen, dass über WLAN-Accesspoints verfügt. Hierrüber kann eine WLAN-Verbindung zu Smartphone, Tablett-Computern z.B. iPad o.ä. aufgebaut werden, um somit die Anlage steuern zu können. Für diese mobilen Geräte sind im Internet Apps für den Zugriff auf Rocrail erhältlich. Die Beschaffung und die Kosten dieser App trägt jeder Anwender selbst. Für die vereinsinterne Verbindung und dem mobilen Fahrbetrieb fallen keine zusätzlichen Kosten an.

Als Digitalformat für die Lok- und Funktionsdecoder werden das alte und das neue Motorola-Format und das DCC-Format unterstützt. Eine Festlegung der zu verwendenden Decoder-Adressen wird noch erfolgen.

5.2. Verkabelung

Die Verkabelung der Fahrspannung erfolgt einheitlich für 2 und 3 Leiter.

Bei 2-Leitermodulen wird der Mittelleiter durchgeschliffen aber nicht genutzt.

Die Umschaltung der Spannungspotenziale für die Schienen für 3-Leiter- bzw. 2-Leiterbetrieb erfolgt durch ein entsprechendes Adapterkabel an der Stelle, wo die Spannung in die Anlage eingespeist wird.

Linke Schiene: rot

Mittelleiter: blau

Rechte Schiene: schwarz

Die elektrische Verbindung erfolgt durch steckbare Lüsterklemmen (3-polig). An den Modulen werden durch ein kleines Zwischenholz „aufgesetzte“ Lüsterbuchsen angebracht. Die Lüsterbüchsen sind jeweils an dem schienenseitigen Rahmenholz anzubringen. Die Verbindung zwischen den Segmenten erfolgt durch Verbindungskabel mit beidseitigem Steckeranschluss. Die Verbindungskabel haben eine Länge von 80cm.

Modulinterne Spannungen für Zubehör sind modulbezogen bereitzustellen. Im Modul sollten nur Schutzkleinspannungen bis maximal 24V DC oder AC verwendet werden!

6. Gestaltung des Diorama

Es wird keine einheitliche zeitliche Epoche für die Anlage vorgegeben. Pro Modul sollte jedoch eine zeitlich stimmige Gestaltung vorgenommen werden.

Die Landschaftsgestaltung der Module soll die der norddeutschen Tiefebene entsprechen.

Die Jahreszeit Frühling-Sommer (z.B. hell/mittelgrün Vegetation; Blüten) soll durch die Landschaftsgestaltung dargestellt werden.

Straßen, Wege, etc. sind innerhalb des Moduls zu führen und dürfen nicht an den Kopfbrettseiten enden.

An den Kopfbrettseiten ist ein flacher Grünstreifen von ca. 1-3cm Breite einzuhalten. Es sollte keine Grenzbebauung durch Hügel, Gebäude o.ä. stattfinden.

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